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Hüttentagebuch

wieder zurück in Schwändi

Es ist ein eigenartiges Gefühl. Freude und Fremdheit vermischen sich heute, am ersten Tag, an dem wir wieder in unserem 'zu Hause' in Schwändi sind. 

Am Morgen sagte Fridli noch zu mir, es gäbe hier so ungewohnte und fremde Geräusche... ja das ist so. Autogeräusche, andere Vogelstimmen, Gesprächsfetzen, weit entfernte Zuggeräusche .... es sind viele ungewohnte Eindrücke, wenn wir nach 3 Monaten in der 'einsamen' Bergwelt wieder zu Hause ankommen. Aus unserer Erfahrung dauert es nun gut eine Woche, bis uns das alles wieder so vertraut ist, dass wir ganz zu Hause sind. Wir kennen das - und doch ist es jedes Mal etwas befremdend. 
Auch gestern war es nicht ganz einfach. Nun waren wir so lange in der Hüfihütte und müssen sie nun nicht nur für ein paar Wochen (wie wir das im Hüttenbetrieb der letzten fast 12 Jahre kennen) 'alleine' lassen, sondern für viele Monate. Es war ein eigenartiges Gefühl von Sorge, ob denn alles gut verlaufen wird. Auch der Rückflug der übriggebliebenen Materialien, privaten Sachen, Maschinen die wir auch zu Hause brauchen, des Alphornes, Leergut und Müll, etc war noch sehr spannend. Am Morgen stieg schon schnell der Nebel bis auf unsere Höhe, dann lichtete er sich ein wenig, dann wurde er wieder so dicht, dass wir ausser Weiss nichts sahen.... Die Sachen waren dann mal auf dem Helilandeplatz parat, die Swisshelikopter standen mit Fridli in Telefonkontakt und suchten nach einem Wetter- und Nebelfenster, das zum Fliegen möglich wäre... dann später hörten wir die Rotoren aus dem Nebel... ich war überrascht, dass sie doch kommen, wo doch die Sicht sehr eingeschränkt war... da sind sie, die Profis... kurze Zeit später, das Netz war noch nicht ganz gefüllt, öffnete sich der Nebel sichtlich und die umliegenden Berge kamen zum Vorschein... Erleichterung bei mir, dass nun der Rückflug gut möglich sein würde... und schon sehe ich das Netz am Heli hängen und talwärts fliegen. Das war's! Die erste Hüfisaison ist nun also definitiv zu Ende. 

Fridli, René und Hermann machten in der Hütte Schluss. Viele kleine Arbeiten standen noch an. Ich selbst hatte die meisten der Fensterläden schon geschlossen, die Küche zum Winterraum mutieren lassen, Notvorräte parat gemacht und alles deponiert, als ich als erste die Hütte verlies. Gerne wollte ich alleine ins Tal absteigen, um den Weg nochmals voll zu geniessen und meinen Gedanken nachzuhängen. Hermann und René taten das dann im Anschluss ebenfalls und zum Schluss stieg auch Fridli ab. Am Ende trafen wir uns alle im Dorfrestaurant wieder, um bei einem gemeinsamen späten Mittagessen die Saison zu beschliessen. Das, zusammen mit dem gemütlichen letzten Abend in der Hüttenküche ebenfalls zusammen mit Hermann und René, war wirklich ein schöner Abschluss. 

Heute sind wir nun also wieder im Glarnerland. Im Keller finden sich einmal mehr gefüllte Bananenkisten, die noch geleert werden sollen, im Haus ist noch nichts, was auf 'neues Leben' hindeutet und die ToDo-Liste besteht ebenfalls bereits. Aber alles wird sich einfinden und wir sind dann schon bald wieder richtig "da". Kommt Zeit - kommen Claudia & Fridli :-).

So nun lege ich los. Als erstes mache ich eine Bestandsliste der herunter geflogenen Waren. Das Eine oder Andere wird uns jemand aus dem Dorf abnehmen, wie wir es bereits 'eingefädelt' haben. Die anderen Sachen kommen auch noch unter die Leute und dann ist es schnell wieder leer im Keller ;-). 
Machet's guat und bis bald, wenn Fridli seinen Saisonrückblick verfasst. Herzliche Grüsse von Claudia & Fridli, die mit dem Herzen noch ein bisschen in der Hüfi bleiben

Hüfihütte SAC - +41 (0)41 885 14 75 - Claudia und Fridolin Vögeli - huefihuette@bluewin.ch